20. Oktober 2016

Autorenleid und -freud


Guido Block-Künzler, ein Autorenkollege und leidenschaftlicher Langstreckenradfahrer, hat die nachstehenden Artikel und Interviews zusammengetragen, die euch vielleicht ein paar neue Ideen geben oder die Kreativität anspornen. Ich fand sie so interessant, dass ich sie mit euch teilen möchte. (Danke Guido!)

John Irving: "Am Schreibtisch sterben. Mitten im Satz. Perfekt"
Was hilft der Fantasie auf die Sprünge? Der Schriftsteller John Irving über das Alter, das Glück, Traurigkeit und schlechte Kunst.
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Die gute Nachricht: Wir leben länger
Nach einer Studie sollen regelmäßige Bücherleser deutlich länger leben als Buchverächter.
Der "Überlebensvorteil" des Bücherlesens

Kreativität (2 Artikel)
1) Was kreative Menschen gemeinsam haben
Autoren wie J. R. R. Tolkien, Stephen King oder George R. R. Martin schufen ganze Universen – in ihren Köpfen. Wie machten sie das? Wieso können nicht alle Menschen derart kreativ sein?
Hier die Auflösung

2) Ideen aus dem neuronalen Untergrund
Neurowissenschaftler ergründen nicht nur die Quellen der Kreativität, sondern auch, woher sie sich speisen
Neue Ideen blubbern also von Innen heraus, wie Gasblasen aus dem Teersee der Seele. Damit ist es freilich lange nicht getan: Wie Brahms und viele große Künstler und Denker immer wieder betont haben, bedarf es zunächst großer Anstrengung, dort unten genügend Wissensmaterial unterzubringen, aus dem die Ideen gären können. Und danach braucht es harte Arbeit.
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"Trump liest nicht viel"
Kaum jemand wird Trump für einen Intellektuellen halten, aber was bedeutet das Lesen von Büchern für Entscheidungen von Staatslenkern?
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Müssen Künstler politisch sein?
Ratlose Journalisten fragen Was machen unsere Künstler?
Der Vorwurf ist alt und wird regelmäßig wiederholt: Künstlern fehle es an Haltung zu politischen Themen. Aber ist politische Positionierung überhaupt ihre Aufgabe?
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Was liest du gerade?
Bibliotherapie : Manchmal hilft nur noch ein gutes Buch
"Der Zauberberg" für Lungenkranke und "Anna Karenina" gegen Zahnschmerzen. Für jedes Problem gibt es das passende Buch. Zumindest, wenn es nach Bibliotherapeuten geht.
Das sagen Bibliotherapeuten

Darf’s ein Buch mehr sein?
Mit den Verlagsvertretern unterwegs
Leider wissen immer noch viel zu wenig Autoren, was ein Verlagsvertreter ist und wie wichtig er für die Bestellungen unserer Bücher und damit auch den Verkauf ist.
Ein kleiner Überblick hier (auch als Podcast)

19. Oktober 2016

Test Kindle Voyage

Ich habe mir einen neuen Reader angeschafft. Mein erster war das Einsteiger-Basismodell. Einen Versuch mit dem Paperwhite hatte ich abgebrochen.

Heute ist das gute Stück angekommen und musste gleich verglichen werden. (Bei den folgenden Fotos liegt der Kindle Voyage jeweils links.) Äußerlich ist der Unterschied nicht so groß:

Alte und neu

Die Dicke des Readers

Mit Hülle ist der Unterschied schon sichtbarer

Der Voyage ist ein wenig kleiner, dafür 9 Gramm schwerer. Er sieht schick aus und liegt gut in der Hand. Der Ein- und Ausschalteknopf liegt auf der Rückseite. Der offensichtlichste Unterschied ist die Rückkehr der Umblätter-„Tasten“, die eigentlich keine Tasten sind, sondern eine Linie (Vorblättern) und ein Punkt (Zurückblättern) am Seitenrand. Für mich etwas gewöhnungsbedürftig, da ich die festen Tasten des alten Kindle gewohnt war und anfangs nicht fest genug gedrückt hatte. Die Stärke, mit der man drücken muss, kann man jedoch einstellen. Jetzt kann ich also wieder mit einer Hand lesen und umblättern und muss nicht mehr wischen wie beim Paperwhite – was auch der Grund war, warum ich ihn zurückgegeben hatte.
Den Voyage kann man aber auch wie ein Tablett bedienen. Druck aufs Display oben und es erscheint die Startseite und weitere Funktionen.

Bevor es ans Lesen geht, muss man das Teil aber erst einmal einrichten. Und hier begannen meine Probleme. Leider bin ich ziemlich ungeduldig. Wenn ich etwas Neues habe, muss es funktionieren – und zwar sofort! Der Voyage führt den Leser durch den Einrichtungsprozess. Soweit so gut. Er erkannte meinen Router – aber nicht das Passwort. Doch, Passwort stimmte. Dennoch nichts zu machen. Ich war kurz davor zu sagen: „Bon Voyage, Kindle Voyage.“ Nach zahlreichen Versuchen googelte ich nach Hilfe. Und siehe da: der übliche Techniktrick war: Router für 2 Minuten vom Netz nehmen und dann wieder einschalten. Tatsächlich. Plötzlich funktionierte es mit dem Passwort. Und dann ging alles sehr schnell. Amazon erkannte mich (wen wundert’s) und lud schwupdiwupp meine eBooks vom alten Kindle und aus der Cloud auf den Voyage.
Gut gefällt mir dabei, dass ich nun die Cover der Bücher aus meiner Bibliothek auf dem Display sehen kann, im Gegensatz zu früher, wo man nur den Titel als Text sah.
Was mich dabei aber wieder stört, ist, dass unter den Covern eine Reihe „empfohlener Bücher“ gezeigt wird, die sehr schlecht zu unterscheiden sind. Ein falscher Klick und schon landet man auf der Bestellseite.

Und nun das Wichtigste: das Display. Und das ist gigantisch gut und definitiv den Umstieg wert. Gestochen klar und sehr hell (kann man aber auch abdunkeln). Die in den negativen Rezensionen angesprochenen Farbverläufe oder schlechte Ausleuchtung konnte ich bei meinem Gerät nicht feststellen.


Der Sendung beigefügt ist ein USB-Ladekabel für den Kindle. Wer ein Netzladekabel will, muss das extra bezahlen. Bei mir funktioniert aber auch Netzkabel für den alten Kindle, kein Grund also, sich extra in Unkosten zu stürzen.

Den Kindle Voyage gibt es hier


Hülle
Wenn schon denn schon hab ich mir gesagt und die Origami-Hülle dazu gekauft. Dieses Zubehör kann ich all jenen empfehlen, die gerne auch beim Essen, Schreiben oder sonstwie am Tisch lesen. Die Hülle kann man zu einer Art „Ständer“ aufklappen. Sehr einfach, kein Gefummel, es passt alles haargenau. Sie hält den Reader magnetisch fest, sodass er auch beim Umdrehen nicht herausfallen kann. Klappt man die Hülle zu, ist der Kindle aus.


Die Origami-Hülle gibt es hier

10. Oktober 2016

Die Sache mit dem Honorar

Lesung in Kronenburg/Eifel 

"Wie, Sie wollen Geld für eine Lesung oder einen Vortrag? Aber das ist doch Werbung für Sie und Ihre Bücher!"
Immer wieder höre ich diesen Spruch, selbst nachdem ich nun schon zahlreiche Bücher veröffentlicht habe und keine Anfängerin mehr bin. Ja, tatsächlich will ich Geld für meine Arbeit! Ungeheuerlich, nicht wahr? Darum meine Frage: Reparieren Sie als Automechaniker ein Auto umsonst, betreuen Sie als Anwalt oder Steuerberater einen Mandanten kostenlos? Warum wird dann immer wieder erwartet, dass Autoren umsonst lesen?

Honorar
Eine Lesung ist Arbeit. Sie muss vorbereitet werden, und die An- und Rückreise kostet viel Zeit, die man nicht mit der eigentlichen Arbeitszeit – dem Schreiben – verbringen kann. Da ich vom Schreiben und von Vorträgen lebe, muss ich Versicherungen, Betriebskosten, Rentenbeiträge und vieles mehr selbst bezahlen. Die Gewerkschaft der Schriftsteller VS in Verdi empfiehlt ein Mindesthonorar von 300 Euro plus Kosten für eine Lesung, und diese Empfehlung ist schon einige Jahre alt.

Fahrtkosten
Und Fahrtkosten? Da reichen doch die Benzinkosten, oder? Nein, die reichen eben nicht! Bei den Fahrtkosten zählen neben den reinen Benzinkosten die Zeit, Abschreibung und Abnutzung des Fahrzeugs mit zu den Kosten, die auf die Fahrtkosten umgelegt werden. Und zwar werden Fahrtkosten für Hin und Rückreise kalkuliert. Natürlich versuche ich bei weit entfernten Leseorten die Anreisezeit so kurz wie möglich zu halten und weiche darum nach Möglichkeit auf den Zug oder das Flugzeug aus, wenn es zeitlich und vom Veranstaltungsaufwand möglich ist. Beim Zugticket muss ich den vollen Preis bezahlen, da Sparpreise zuggebunden und darum zu unsicher sind.

Übernachtung
"Übernachtungspauschale? Sie können doch in meinem Gästezimmer schlafen." Was jemand unter einer Hotelübernachtung für Referenten versteht, ist ein breites Spektrum. Für den einen ist es schon Komfort, wenn ein Gemeinschaftsbad auf dem Flur ist, der andere tut es nicht unter vier Sternen. Die Unterbringung von Referenten in möglichst günstigen Zimmern ist leider immer noch eine häufige Praxis, die ich nicht teilen kann. Wenn ich Seminar veranstalte, sind meine Referenten liebe und geehrte Gäste. Selbstverständlich werden sie in den bestmöglichen Hotels in der Nähe vom Veranstaltungsraum unterbracht und auch entsprechend auf meine Kosten verpflegt. Da jedoch viele Veranstalter meine Vorstellung von Unterkunft nicht teilen, bin ich dazu übergegangen, bei Vorträgen und Lesungen, die es erfordern, über Nacht unterwegs zu sein, meist eine Übernachtungspauschale zu verlangen und mich selbst um eine Unterkunft zu kümmern.

Steuer
Schließlich ist da noch das Finanzamt, das auch seinen Obolus vom Referenten haben möchte. Darum werden auf alle Veranstaltungen noch 19 % MwSt. fällig  – auch auf die Fahrtkosten (steuerlich: „veranstaltungsnahe Leistungen“).

Soweit zum Thema Honorare und Kosten. Es gibt leider immer noch Kollegen, die billiger oder kostenlos lesen und die keine oder wenig Fahrtkosten verlangen. Für mich aber gehören Lesungen und Vorträge zu meinem Beruf. Da ich erstklassige und professionelle Arbeit liefere, erwarte ich auch entsprechende Bezahlung und lasse mich diesbezüglich auch auf keine Diskussionen mehr ein. Das heißt: Mein Honorar ist grundsätzlich nicht verhandelbar. Schließlich befinden wir uns nicht auf einem Basar.
Selbstverständlich gibt es auch immer wieder einmal Ausnahmen. So halte auch ich gelegentlich in besonderen Fällen einen kostenlosen Vortrag für eine Benefizveranstaltungen.

Und ja, natürlich richtet sich die Bezahlung auch nach dem Bekanntheitsgrad des Autors. Frank Schätzing oder Stephen King können mehr verlangen als Herr Müller.
Mein Honorar für eine Lesung oder Vortrag liegt zwischen 350 und 400 Euro plus Kosten.

Diese Vorträge biete ich an 

Harlan Ellison sagt es übrigens treffend aber ein wenig derber auf YouTube.


Ich signiere dem Leser sehr gerne meine Bücher im Anschluss an eine Veranstaltung und ich liebe es, mich mit den Besuchern zu unterhalten. Das ist für mich stets das Highlight und der persönlichste Teil einer Lesung. Foto hier: Signierstunde nach Lesung auf Sylt.

25. August 2016

Verhaltensberatung und Seminare Hund

„Ich hätte da mal ein Problem“  

Immer wieder werde ich gebeten, bei einem Verhaltensproblem mit Hunden zu helfen, Erziehungstipps oder andere Ratschläge zu geben. Das kann ich leider nicht. Auch biete ich keine Vorträge oder Seminare zum Thema Hund an.
Ich bin Autorin und und Naturforscherin mit Schwerpunkt Wolf, keine Hundetrainerin geschweige denn eine Hundeexpertin. Ich habe selbst zwar eine Hündin, die ich zum großen Teil nach den Regeln der Wölfe erzogen habe, was mir ganz gut geglückt ist. (Wie man sieht, apportiert meine Shira auf dem Foto unten ganz "wölfisch" ... ;-)
Das qualifiziert mich jedoch nicht für eine ausführliche Erziehungsberatung. Hierzu gibt es zahlreiche gute Hundeschulen, an die Sie sich wenden können. Einige davon empfehle ich auf meiner Linkseite.

Gerne komme ich zu Ihnen und halte einen Vortrag oder ein Seminar zum Wolf.
Hier finden Sie mein Vortragsangebot. Die Konditionen für Veranstalter schicke ich Ihnen gerne zu.

23. August 2016

Radio-Interview live

Am Mittwoch, 24. August, bin ich live im Radio.
Ich werde Fragen beantworten zu meinem Leben, den Wölfen und meinem Motto "Lebe deinen Traum".

24. August 2016, 9:07 bis 10:00 Uhr.
Deutschlandradio Kultur "Im Gespräch"


Die Sendung steht als Podcast hier zum Download

21. Juli 2016

Sommerzeit – Auszeit – Schreibzeit

Es ist mal wieder Sommer! Überraschung! Der Sommer kommt jedes Jahr genauso „plötzlich“ wie Weihnachten.

Bei uns in Hessen haben die Ferien begonnen und es ist deutlich ruhiger auf den Straßen. Wenn es heiß ist, flüchte ich mich meist in den Garten und schreibe dort in meiner Gartenhütte oder am kleinen Teich. Der WLAN reicht bis hierher – leider, denn so bin ich immer wieder in Versuchung, mal eben schnell die Mails zu checken. Und schon ist wieder eine Stunde vorbei. Aber zum Glück gibt es auch einen Aus-Knopf für WLAN an der FritzBox.

Beim Schreiben wird es jetzt eng. Der erste Abgabetermin für das nächste Buch rückt näher. Also muss ich jetzt endlich einmal anfangen, Prioritäten zu setzen und das Multitasking zu reduzieren. Aktuelle Wolfsmeldungen werden darum für die nächsten sechs Wochen auf ein absolutes Minimum reduziert. Der Newsletter fällt ins Sommerloch und geht baden. Was es noch Wichtiges zu sagen gibt, werde ich auf meine Google+ Seite einstellen. Und auch auf diesem Autorenblog wird es ruhiger werden.

Kurzum – ich nehme mir eine Auszeit zum intensiven Schreiben und werde bis Ende August nur noch sehr eingeschränkt erreichbar sein. Ich bitte um Nachsicht und Geduld. Ihr dürft euch dafür auf das nächste Buch freuen, das ich euch nach der Sommerpause zumindest schon im Cover vorstellen werde.

Auszeit mit meiner kreativen Helferin (Foto © Elli Radinger)